Newsletter 3/2025
Giacomo-Meyerbeer-Gesellschaft e.V.
Newsletter 3
Juli – Oktober 2025
Veranstaltungsübersicht:
26. und 27. Juli 2025, 19.00 bis 21.00 Uhr, Konzert des Ensembles Pizzicato Würzburg, Leitung: Dimitra Will und Rudolf W. Haidu, mit Werken von Mozart, Mendelssohn und Meyerbeers lyrischer Rhapsodie Gott und die Natur, für Soli, Chor und Orchester in der Neubaukirche Würzburg, Domerstr.16, 07070 Würzburg.
28. Juli 2025, 18.00 bis 19.30 Uhr, Vortrag von Dr. Martina Friedrichs, Philipp Franz von Siebold und Giacomo Meyerbeer – eine Verbindung durch die Musik, Deutsch-Japanische Gesellschaft Berlin, Ort: Deutsch-japanisches Zentrum Berlin, Saargemünder Str. 2, 14195 Berlin. Anmeldung über https:/www.djg-berlin.de/veranstaltungen/
09. August 2025, 15.00 Uhr, Orgelkonzert in der Kreuzkirche Dresden mit Musik von Bach, Meyerbeer, Dubois, Prokofjew und Carter. An der Orgel spielt Christoph Hauser den Krönungsmarsch aus Le prophète in der Bearbeitung von William Best. Kreuzkirche Dresden, An der Kreuzkirche 6, 01067 Dresden.
15. August 2025, 18.30 bis 20.30 Uhr, Galakonzert auf dem Schloss Stolzenfels unter dem Motto Musik der Hohenzollern anlässlich des historischen Besuchs von Queen Victoria am 15. August 1845. Programm u.a. mit Meyerbeers Lied La mère grand für zwei Soprane und Klavier und dem Rezitativ, Romanze und Terzett Giovinetto cavalier aus Meyerbeers Oper Il crociato in Egitto. Moderation: Prof. Dr. Klaus Pietschmann (Universität Mainz) mit Musikern und Gesangssolisten, ein Konzertprogramm nach historischem Vorbild, Schloss Stolzenfels, Schlossweg 11, 56075 Koblenz. https://tor-zum-welterbe.de/stolzenfels/veranstaltungen/detail/die-musik-der-hohenzollern
05. September 2025, 12.00 bis 13.00 Uhr, Besuch der Familiengrabstätte der Meyerbeers auf dem jüdischen Friedhof, Schönhauser Allee 25, 10437 Berlin. Treffen am Haupteingang Schönhauser Allee 25.
05. September 2025, 19.00 bis 21.00 Uhr, Ausstellungseröffnung Meyerbeer 234, Familientreffen mit den Nachkommen Meyerbeers und die Buchvorstellung Der Pelikan von Angela Hartwig über das Leben Lina Richters. Musikalische Umrahmung von Andrea Chudak (Sopran) und Yuki Inagawa (Klavier) mit deutschen, italienischen und französischen Liedern Meyerbeers. Ort: Atelier Terra, Galerie im Hof, Seumestr. 25, 10245 Berlin. Die Gedenkausstellung findet vom 05. September bis 05. Oktober 2025 samstags von 15.00 bis 19.00 Uhr und sonntags von 16.00 bis 19.00 Uhr nach Vereinbarung mit Thomas Kliche (01732443309 oder thomas.kliche@meyerbeer-gesellschaft.de) statt.
17. September 2025, 19.00 bis 21.00 Uhr, Vortrag von Thomas Kliche: Giacomo Meyerbeer und seine Vaterstadt Berlin, Verein für die Geschichte Berlins in der Berliner Stadtbibliothek (ZLB), Breite Str. 30-36, 10178 Berlin.
14.Oktober 2025, 19.00 Uhr, Vortrag von Dr. Norbert Meurs: Heine und Meyerbeer, Veranstaltung der Heinrich-Heine-Gesellschaft Berlin, in der Schwartzschen Villa, Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin.
24. Oktober 2025, 19.00 bis 21.00 Uhr, Vortrag von Thomas Kliche: Der Mensch Meyerbeer mit Musikbeispielen, Villa Morgenroth, Willdenowstr. 38, 12203 Berlin.
19. Oktober 2025, 11.00 Uhr, Eine Mendelssohn-Matinee, Veranstaltung des Freundeskreises der Berliner Philharmonie unter dem Motto: Willkommen in der Leipziger Straße 3. Mit den Gästen u.a. Carl Maria v. Weber, Giacomo Meyerbeer. Heinrich Heine, Philharmonie Berlin, Großer Saal, Herbert-von-Karajanstr.1, 10785 Berlin.
Liebe Mitglieder der Meyerbeer-Gesellschaft,
liebe Meyerbeer-Freunde,
wie vielfältig, kosmopolitisch und religiös-spirituell Meyerbeers Musik sein kann, zeigen die Veranstaltungen, für die ich alle Meyerbeer-Freunde begeistern möchte. Es gibt zwei historische Konzerte, die den musikalischen Rahmen der damaligen Konzerte wiedergeben: auf dem Schloss Stolzenfels und in der Leipziger Str. 3 in Berlin. (Mendelssohn-Matinee in der Berliner Philharmonie).
Zu Beginn kann ich ein wunderschönes Konzert in Würzburg an zwei Tagen ankündigen, dem 26. Juli und dem 27. Juli 2025, 19.00 Uhr in der Neubaukirche, Domerstr.16, 07070 Würzburg. In diesem Konzert wird Meyerbeers nicht oft aufgeführte lyrische Rhapsodie Gott und die Natur zu hören sein. Diese Kantate von 1811, entstanden in der Werkstatt von Meyerbeers Kompositionslehrer Abbé Vogler, ist ein Werk mit religiöser Tiefe und starker Ausdruckskraft. Wie der junge Komponist Meyerbeer Gott, die Schöpfung und die Naturelemente Luft, Feuer, Erde und Wasser musikalisch in der Harmonik, Kontrapunktik, Instrumentation und in der dramatischen Anlage darstellt, lässt sein zukünftiges Genie erahnen. Dieses Konzert in der ehemaligen Universitätskirche aus dem 16. Jahrhundert ist ein besonderes Erlebnis. Das Programmheft enthält einen Beitrag von Thomas Kliche über Meyerbeers Gott und die Natur. Musikalische Leitung: Dimitra Will und Rudolf W. Haidu.
Noch bevor der Dirigent und Komponist Klaus Pringsheim (Zwillingsbruder von Katia Pringsheim, der späteren Ehefrau von Thomas Mann) in seiner Tätigkeit als erster deutscher Professor für Kompositionslehre am Konservatorium in Tokio und Leiter des Orchesters der kaiserlichen Musikakademie 1831 europäische Musik nach Japan brachte, fand auch im 19. Jahrhundert ein Kulturtransfer zwischen europäischer und japanischer Musik statt. Siebold spielte deutsche Klaviermusik in Japan und brachte nicht nur japanische Musik nach Europa, sondern auch eine japanische Tragödie mit, für deren Vertonung er Meyerbeer vorgesehen hat. Diese deutsch-japanische Verbindung über die Musik beleuchtet Dr. Martina Friedrichs in ihrem Vortrag am 28. Juli 2025, 18.00 Uhr, bei der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Berlin, im Deutsch-japanischen Zentrum, Saargemünder Str. 2, 14195 Berlin.
Dass der Krönungsmarsch aus Meyerbeers Oper Le prophète immer wieder den Anreiz zur instrumentalen Bearbeitung gab, beweist die Komposition von William Best für Orgel. Am 09. August 2025 hören wir um 15.00 Uhr neben Werken von Bach und Prokofjew diesen imposanten Marsch in der Bearbeitung für Orgel, gespielt von Christoph Hauser, in der Kreuzkirche in Dresden, An der Kreuzkirche 6, 01067 Dresden.
Am 15. August 2025 um 18.30 Uhr können wir ein besonderes Galakonzert unter dem Motto: Musik der Hohenzollern dem Schloss Stolzenfels, der damaligen Sommerresidenz von Friedrich Wilhelm IV., erleben. In Erinnerung an ein historisches Konzert am 15. August 1845, das zu Ehren des Besuchs von der englischen Königin Queen Victoria stattfand und von Giacomo Meyerbeer als Generalmusikdirektor der Berliner Oper und der Hofmusik geleitet wurde, hören wir in dem wunderschönen Ambiente des Schlosses u.a. Werke von Meyerbeer, Moscheles und Pergolesi, aufgeführt von Musikerinnen und Musikern der Universität Mainz, Moderation: Prof. Dr. Klaus Pietschmann. Von Meyerbeer hören wir sein berühmtes Lied La mère grand für zwei Soprane und Klavier und aus seiner letzten italienischen Oper Il crociato in Egitto „Sperar si quell franciullo… giovinetto cavalier“ (2. Akt, 3. Szene). Dieses berühmte Terzett ist ein Musterbeispiel für Meyerbeers kompositorische Vorliebe, die Gesangspartien mit Soloinstrumenten (Englisch Horn, Klarinette, Harfe) zu begleiten. Dramaturgisch zeigt diese hochdramatische Szene Meyerbeers kompositorisches Gespür, verschiedene emotionale Seelenzustände der Protagonisten nicht nur gesanglich höchst virtuos, sondern auch in einer psychologischen musikalischen Charakterdarstellung im Orchester zu interpretieren.
Schauen wir auf den 05. September 2025, es ist der 234. Geburtstag von Giacomo Meyerbeer! Aus diesem Anlass ist nicht nur der Friedhofsbesuch der Familiengrabstelle der Meyerbeers um 12.00 Uhr, jüdischer Friedhof Schönhauser Allee 25, 10437 Berlin geplant, wir laden ganz herzlich alle Mitglieder und Freunde der Meyerbeer-Gesellschaft zu der Ausstellungseröffnung Meyerbeer 234 mit Dokumenten, Fotographien und Malerei zu Meyerbeer im Atelier Terra, Galerie im Hof von 19.00 bis 21.00 Uhr, Seumestr. 25, 10245 Berlin ein. Wir freuen uns außerdem, zwei Ur- Ur- Urenkelinnen Meyerbeers begrüßen zu können: Bridget Gerstner (Mitglied der Meyerbeer-Gesellschaft) und Angela Hartwig, die uns ihr Buch: „Der Pelikan“, eine Biographie über ihre Großmutter Lina Richter, vorstellen wird. Musikalisch umrahmt wird dieser besondere Abend von Andrea Chudak (Sopran) und Yuki Inagawa (Klavier) mit deutschen, italienischen und französischen Liedern. Die Ausstellung kann bis zum 05. Oktober 2025 samstags von 15.00 bis 19.00 Uhr und sonntags von 16.00 bis 19.00 Uhr besucht werden. Wir bitten um vorherige Anmeldung bei Thomas Kliche (01732443309, oder thomas.kliche@meyerbeer-gesellschaft.de).
Obwohl Giacomo Meyerbeer den größten Teil seines Lebens in Paris verbrachte, so ist sein musikalisches Wirken auch mit seiner Vaterstadt Berlin eng verbunden. Seine Familie gehörte gesellschaftlich und politisch zu den bedeutendsten jüdischen Familien der Stadt. Meyerbeer erhielt außerdem seinen Kompositionsunterricht in jungen Jahren von bedeutenden Musikerpersönlichkeiten der Stadt. Später war er von 1842 bis 1846 Generalmusikdirektor der Berliner Oper und Leiter der Hofmusik. In dieser Zeit entstanden bedeutende Werke. Thomas Kliche beleuchtet in seinem Vortrag am 17. September 2025 um 19.00 bis 21.00 Uhr in der Berliner Stadtbibliothek (ZLB), Breite Str. 30-36, 10178 BerlinMeyerbeers Beziehung zu seiner Vaterstadt Berlin. Wie viel Schaden hat es mir schon in mieinem Leben gethan in dieser Stadt gebohren zu sein. Veranstalter ist die Gesellschaft für die Geschichte Berlins.
In der Schwartzschen Villa spricht Dr. Nobert Meurs am 14. Oktober 2025 über das Verhältnis zwischen Heinrich Heine und Giacomo Meyerbeer mit dem Titel: Der Türsteher und das ängstliche Genie-Heinrich Heine und Giacomo Meyerbeer. Diese Veranstaltung der Heinrich-Heine-Gesellschaft Berlin findet in der Schwartzschen Villa, Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin statt. Freuen wir uns auf interessante Aspekte zwischen diesen beiden Persönlichkeiten, die in einer Art Hass-Freundschaft miteinander in Paris lebten, kommunizierten und sich einen vernichtenden und oft auch amüsanten Schlagabtausch lieferten.
Meyerbeer war wie Heinrich Heine ihn nannte „ein ängstliches Genie“. Trotzdem war er als Persönlichkeit in seiner Zeit außerordentlich kommunikativ, rastlos in der Verwirklichung und Aufführung seiner Werke, aber auch hochsensibel wegen der Anfeindungen hinsichtlich seines jüdischen Glaubens. Dazu erfahren wir mehr in dem Vortrag mit Musikbeispielen von Thomas Kliche am 24. Oktober, 19.00 bis 21.00 Uhr, Der Mensch Meyerbeer! Was Sie schon immer über Meyerbeer wissen wollten und (sollten) in der Villa Morgenroth, Willdenowstr. 38, 12203 Berlin.
Am 19. Oktober 2025, 11.00 Uhr lädt der Freundeskreis der Berliner Philharmonie im großer Saal der Berliner Philharmonie, Herbert- von-Karajanstr. 1, 10785 Berlin zu einer Mendelssohn-Matinee unter dem Motto: Willkommen in der Leipziger Str. 3 ein. Zu Gast ist das Publikum in einem typischen Konzert bei der Familie Mendelssohn in ihrem prächtigen Stadtpalais des Bankiers Abraham Mendelssohn. Es waren die legendären Sonntagsmusiken, bei denen auch ihre hochbegabten Kinder ihr Können zeigten. Viele bedeutende Persönlichkeiten trafen sich zum musikalischen Stelldichein wie auch Giacomo Meyerbeer und Carl Maria von Weber. Freuen wir uns auf einen amüsanten und genussvollen Sonntag bei den Mendelssohns.
Am Sonntag, dem 22. Juli 2025 fand in der Königin-Luise-Kirche in Waidmannslust ein Festkonzert zu 150 Jahre Waidmannlust statt. Der Chor der Kirchengemeinde Waidmannslust unter der Leitung Brigitta Avila, Andrea Chudak (Sopran) und Yuki Inagawa (Klavier) präsentierten ausschließlich Chormusik und Lieder von Giacomo Meyerbeer. Es war ein so beeindruckendes Konzert, in dem auch bisher nicht bekannte Werke Meyerbeers aufgeführt wurden.
Dazu hat unser Vorstandsmitglied Dieter Riehl eine Rezension für unseren Newsletter-Leser geschrieben:
100 Minuten Meyerbeer: Meyer wer? Kann man das aushalten? Ja, das geht.
Seltenheit über Seltenheiten, Stücke, die man 150 Jahre lang nicht mehr hören konnte. In einer Kirche mit hervorragender Akustik. Nein, ich werde nicht versuchen, Musik mit Wörtern zu beschreiben; diese Musik muss man einfach hören.
Ich kann Euch nur raten, anhand des Programms bei YouTube auf die Suche zu gehen: es wir Euch nicht gelingen, alle Stücke zu finden.
Andrea Chudak und Yuki Inagawa mit Unterstützung von Brigitta Avila und ihrem Gemeindechor haben Musik hörbar gemacht, die es nicht gibt auf YouTube und Sportify: Kantaten, Chorwerke, Klavierstücke, einfach wunderbar: das noch nicht gedruckte und aufgenommene Lied The rare flower. https://www.youtube.com/watch?v=fliDBo3gcqM
Es soll nicht verschwiegen werden, dass der Gemeindechor an seine Grenzen gegangen ist. Wobei die Grenze von Meyerbeer und seinen musikalischen Vorstellungen gezogen wurde. Diese Musik ist unglaublich anspruchsvoll, aber genau das suchen wir doch! Umso mehr ist es zu würdigen, dass die Sängerinnen und Sänger sich auf dieses Abenteuer eingelassen haben. Nichts davon ist selbstverständlich, schon gar nicht, dass in vier Sprachen gesungen wurde.
Immer noch nicht neugierig? Wie geht es weiter?
Wir freuen uns außerdem, dass wir Herrn Richard Bonynge (ehemaliger Ehemann von Dame Joan Sutherland) die Ehrenmitgliedschaft der Giacomo-Meyerbeer-Gesellschaft verleihen können.
Ich wünsche allen Mitglieder und Freunden der Meyerbeer-Gesellschaft eine ebenso große Begeisterung für unsere Meyerbeer-Konzerte und Vorträge und hoffe, Sie in den nächsten Veranstaltungen begrüßen zu können.
Eine wunderschöne Sommerzeit wünscht Ihnen mit herzlichen Grüßen
Ihre Martina Friedrichs
und die Meyerbeer-Gesellschaft