Giacomo Meyerbeer (1791-1864) war um die Mitte des 19. Jahrhunderts der wohl einfluss- und erfolgreichste Komponist und Musiker des 19. Jahrhunderts und gilt als Meister der Grand Opéra. Seine Oper „Les Huguenots“ (1836) war mit fast tausend Aufführungen das meist gespielte Werk an der Pariser Oper im 19. Jahrhundert. Die Sommermonate verbrachte er regelmäßig zur Regeneration in angesagten Kurorten wie Spa in Belgien, Boulogne-sur-Mer und Dieppe in Frankreich, Ischl und Gastein in Österreich, Baden-Baden, Bad Schwalbach, Alexisbad und Bad Ems in Deutschland, wo er auf Anweisung seiner Ärzte die Brunnen- und Molkenkuren gewissenhaft absolvierte. Meyerbeer und seine Frau Minna lebten in ständiger Furcht vor Krankheiten. Es gibt kaum einen Brief zwischen dem Ehepaar, wo es nicht um gesundheitliche Befindlichkeiten geht, beide einte eine ausgeprägte hypochondrische Veranlagung. Wie viele andere Kurgäste auf Sommerreise, so steht auch Meyerbeer für die Internationalität und das Verbindende der bedeutenden Kurstädte Europas, des heutigen UNESCO Welterbes „Great Spas Towns of Europe“.
Thomas Kliche, Vorsitzender der Giacomo-Meyerbeer-Gesellschaft e. V. und Gymnasiallehrer a.D., skizziert in seinem Vortrag den Werdegang des Komponisten und fokussiert sich auf dessen Krankheits- und Gesundheitsverhalten im Zeitalter der Emanzipation. Umrahmt werden die Ausführungen mit Kompositionen Meyerbeers jenseits der Oper.
